4 Schritte zum besseren Bewegungsgefühl

Es gibt ein ganz einfaches Wort, für das was uns am Leben hält – die Bewegung. Für den Körper gibt es gute, richtige aber auch falsche Bewegungen. Ein eingeschränktes Bewegungsgefühl entsteht durch Fehlbelastungen oder Zwang. Der Körper bewegt sich nicht mehr gemäß seiner Natur. Wenn irgendwo im Körper etwas falsch läuft oder falsch belastet wird, muss es an anderer Stelle kompensiert werden. Ausgleichsmuskulatur entsteht – Muskulatur, die eigentlich an diese eine Stelle nicht hingehört.

Gesundheitliche Probleme wie z.B. Verspannungen, Blockaden, Schmerzen usw. sind das Resultat dieser „falschen“ Bewegungen. Dies gilt für das Pferd ebenso so wie für den Menschen. Die gute Nachricht: Das muss nicht sein! Wir können dem Nervensystem unserer Pferde wieder Anreize und Impulse für richtige Vernetzungen und daraus resultierende gesunde Bewegungen liefern.

4 Lernstadien zum besseren Bewegungsgefühl

Vielen sind unsere 4 verschiedenen Lernstadien sicherlich geläufig. Jedes Lernstadium beinhaltet einen Schritt, der auf dem vorherigen aufbaut:

  1. Unbewusste Inkompetenz – Wir wissen nicht, was wir nicht wissen / dass wir es nicht wissen!
  2. Bewusste Inkompetenz – Wir wissen, dass wir es nicht wissen / können!
  3. Bewusste Kompetenz – Wir wissen, dass wir es können, müssen uns dabei aber noch sehr stark konzentrieren!
  4. Unbewusste Kompetenz – Wir können unser Wissen unbewusst anwenden, da es ‚in Fleisch und Blut‘ übergegangen ist!

Diese Lernstadien können auch im gewissen Sinne (trotz natürlich vorhandener Unterschiede) auf unsere Pferde übertragen werden:

  1. Am Anfang weißt das Pferd gar nicht, dass man sich auch anders bewegen kann, als es es von Natur aus tut oder es weiß nicht, dass es in der Lage ist, sich auf eine bestimmte Art zu bewegen. Die Nervenbahnen sind klar etabliert.
  2. Dann stellt es dank eines durchdachten, verständlichen, logisch aufeinander aufbauenden Trainings fest, dass es sich doch anders bewegen kann und es sogar in der Lage ist besondere Bewegungen auszuführen und langsam beginnt sich sein Nervensystem ‚umzuprogrammieren‘.
  3. Dann wird es immer immer besser in den Übungen und weiß, dass es es kann, auch wenn es sich noch sehr konzentrieren muss und dankbar ist für unsere Unterstützung. Das neue nervale Netz beginnt sich durch viele Wiederholungen zu festigen.
  4. Dann endlich fällt es ihm ausgesprochen leicht diese Übungen zu absolvieren, es hat die anderen, gesünderen Bewegungsabläufe verinnerlicht und integriert sein neues Gefühl für Balance, Geschmeidigkeit, Beweglichkeit, Form, Takt/Tempo und Rhythmus auch in den Rest seines Lebens. Die ’neuen‘ Nervenbahnen sind klar etabliert.

Dies im Hinterkopf ist es von unglaublicher Wichtigkeit seine Hilfen immer zu überprüfen (‚wieviel Hilfe brauche ich wirklich, um diese Reaktion zu erhalten‘), mehr zu verfeinern und nach ‚mehr mit weniger‘ zu streben. Alle technischen Hilfen sollte mehr und mehr reduziert werden und dem Pferd so die Möglichkeit gegeben werden sich mit uns und unserem inneren Bildern und Gefühlen für die Übungen zu verbinden. So, dass wir keine Befehle mehr geben, sondern unser Pferd liebevoll an die Hand nehmen und es mit ihm zusammen machen. Dies wird zu einem deutlich schöneren und harmonischeren Ergebnis führen, wo das Pferd interessiert ist mit uns zusammen zu arbeiten.

Das heißt wir sollten danach streben die Kompetenz und das Engagement unseres Pferdes zu entwickeln, so dass das Pferd von innen heraus motiviert ist und nicht mehr abhängig von unseren technischen Hilfen ist. Deswegen ist es so wichtig die Hilfen mehr und mehr auf ein starkes inneres Bild / Gefühl gekoppelt mit einer verständlichen Körpersprache am Boden und einem ausbalancierten, klaren Sitz zu Pferde zu reduzieren und dem Pferd die Verantwortung zu übergeben die Übungen auch ohne permanente technische Unterstützung / Rahmengebung auszuführen und zu halten.

In meinen Augen kann erst mit einem guten Bewegungsgefühl wahre Schönheit, Erhabenheit, Eleganz und Leichtigkeit entstehen …

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