Trainingsprinzipien beim Pferd

Die Trainingsprinzipien berücksichtigen jede wichtige Muskelgruppe des Pferdes und bezieht sie konsequent in das Training ein. Dabei ist grundsätzlich zwischen Kraft- und Ausdauertraining zu unterscheiden. Beide Elemente müssen ihren Platz im Trainingsplan finden, wobei gilt: Je nachdem, wofür dein Pferd fit werden soll, sind die Gewichtungen unterschiedlich. Um Wanderritte absolvieren zu können, wird das Pferd mehr Ausdauer- als Krafttraining benötigen, um Ritte von mehreren Stunden oder Tagen zu bewältigen. Das Training eines Dressurpferdes muss auf Kraft und Ausdauer, noch viel mehr aber auf Beweglichkeit und Koordination ausgerichtet sein.

Was ist Training?

Training ist ein planmäßiger Prozess, der eine Zustandsänderung (Optimierung, Stabilisierung, Reduzierung) der sportlichen Leistungsfähigkeit hervorruft. Die Basis ist das Setzen eines Zieles und der Trainingsplan, angepasst an die Stärken und Schwächen des Pferd-Reiter-Paares und an die zur Verfügung stehenden zeitlichen und räumlichen Möglichkeiten.

Die kleinste Einheit ist die Trainingseinheit: in dieser ist Dauer, Intensität, die Pausen, die Häufigkeit einer Lektion, eines Sprungs etc festgelegt.

Trainingsanpassung

Ziel des Trainings ist, das der Körper sich durch entsprechende Belastung anpasst. Dabei löst jeder gute Trainingsreiz zunächst katabole (abbauende) und danach anabole (aufbauende) Prozesse aus. Beim Training werden z.B. Energiespeicher geleert die danach aber wieder über das Ausgangsniveau hinaus gefüllt, um sich für die nächste Belastung zu wappnen.

Dieses Auffüllen über das Ausgangsniveau hinaus (Über- oder Superkompensation) findet während der Erholung – also in Pausen nach dem Training – statt! Der nächste Trainingsreiz muss also beim Erreichen des neuen Spitzenpunktes gesetzt werden. Wird zu früh wieder ein Reiz gesetzt führt dies zum Übertraining! Die Leistungsfähigkeit sinkt, weil der Körper sich nicht erholen und anpassen kann.

Trainingsprinzipien, die unbedingt beachtet werden müssen:

  • Prinzip des wirksamen Reizes
    Der Trainingsreiz muss eine bestimmte Intensität übersteigen um überhaupt Anpassungsprozesse in Gang zu setzen. Die Höhe ist abhängig vom Trainingszustand des Pferdes
  • Prinzip der progressiven Belastungssteigerung
    Wird der Reiz im Laufe der Trainingseinheiten nicht angepasst und erhöht, ist keine Anpassung zu erwarten .
  • Prinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung
    Die Verbesserung der Leistung findet in der Regenerationsphase statt. Die Pausen sind genauso wichtig wie der Trainingsreiz.
  • Prinzip der Individualität
    Die Anpassungsfähigkeit des Organismus des Pferdes ist individuell, unterliegt genetischen Anlagen und Persönlichkeitsmerkmalen!

Ein wichtiger Zusatz

Nicht nur der Körper ist verantwortlich für die Leistungsfähigkeit , sondern ebenso die Psyche. Ist das Pferd motiviert, wird abwechslungsreich trainiert und gut gehalten so ist es motivierter und somit deutlich williger Leistung zu erbringen.

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