Wie gestalte ich die Warmreitphase?

Die Warmreitphase soll das Pferd optimal auf die eigentliche Arbeitsphase im Training vorbereiten. Durch die lösende Arbeit verschwinden Verspannungen, der Stoffwechsel kommt in Schwung, Sehnen und Muskeln werden durchblutet und alles wird locker und geschmeidig. Die Gelenke werden hier auch mit Gelenksflüssigkeit geschmiert, und so wird Gelenksschäden vorgebeugt.

Warmreitphase

Wie lange dauert die Warmreitphase?

Die Aufwärmphase hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Temperatur
    Bei kalten Temperaturen ist ein längeres Aufwärmen des Pferdes nötig als im Sommer.
  • Trainingszustand des Pferdes
    bei einem untrainierten Pferd sollte die Lösungsphase etwas kürzer sein, da es schneller zu Ermüdungserscheinungen kommt als bei einem trainierten Pferd
  • Alter des Pferdes
    ein älteres Pferd sollte generell eher länger und ausgiebiger aufgewärmt werden als ein junges Pferd
  • Großpferd vs. Pony
    ein großes, schweres Warm- bzw. Kaltblut braucht etwas mehr Zeit um die Muskelmasse ordentlich aufzuwärmen, als ein kleines, drahtiges Pony.
  • kurzer Rücken
    ein Pferd das eher kurz und kompakt gebaut ist, benötigt eine ausgiebigere Lösungsphase da der kurze Rücken schwerer ins Schwingen kommt als ein langer. Diese Pferde neigen ein wenig dazu sich zu verspannen und im Rücken festzuhalten.

Wie kann ich die Warmreitphase gestalten?

Die ersten 10 bis 15 Minuten Schritt sollte man entweder selbst mitgehen oder, wenn man am Pferd sitzt, großartig Einfluss auf das Pferd nehmen. Dies bedeutet aber nicht, dass das Pferd am langen Zügel herumschlurfen soll. Zu Beginn solltest dich erden, deine Bausteine ordnen und deinen Körper in Balance bringen.

Eine tolle Lektion für die anfängliche Schrittarbeit

Zügel aufnehmen, Zügel aus der Hand kauen lassen. Zügel aufnehmen, Zügel aus der Hand kauen lassen. Zügel aufnehmen, … usw.

Dabei lernt das Pferd, dass ein kürzerer Zügel nicht gleich eine Veränderung der Gangart o.ä. mit sich bringt. Skepsis gegenüber der Reiterhand werden geringer, die Neugierde des Pferdes wird geweckt.

Traben

Danach kannst du  in einem ruhigen Tempo traben und mit häufigen Wechseln auf großen gebogenen Linien beginnen. Dein Pferd soll fleißig und in leichter Anlehnung vorwärtstraben. Damit deinem Pferd das Rücken heben leichter fällt, startest du im Entlastungssitz und wechselst erst nach 2-3 Runden in das Leichttraben.

Übergänge

Tempoübergänge (Schritt-Trab und Trab-Schritt und für Erfahrene Trab-Galopp und Galopp-Trab) sind gut geeignet um dein Pferd zu lösen und aufzuwärmen. Durch die vielen Übergänge kann sich der Rücken des Pferdes gut entspannen und somit der Reiter besser sitzen und feiner auf das Pferd einwirken.

Warmreitphase

Wann habe ich mein Pferd genug aufgewärmt?

Du hast dein Pferd gut aufgewärmt, wenn:

  • dein Pferd abkaut
  • der Pferderücken mitschwingt und du gut sitzen kannst
  • das Pferd gleichmäßig atmet
  • der Schweif locker im Takt pendelt
  • gelegentlich zufrieden „abschnaubt“

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